Ein hartes, aber gutes Jahr liegt hinter uns. Dieses insgesamt gute Jahr 2018 sah so aus:
steigende Schüler- und Kursteilnehmerzahlen, weitere Angebote, steigende Auslastung. Wir konnten für uns feststellen, es kommen etwas weniger Kunden in den Laden, deren Wunsch bei uns zu kaufen aber größer geworden ist. Das ist cool.

Aber die Situation im Musikinstrumentenhandel insgesamt sieht eher bescheiden aus: Es hatte sich vor 1-2 Jahren eine Abwärts-Preisspirale in Gang gesetzt, die den simplen Konsumenten auf den ersten Blick erfreut. Preise purzeln. Was aber passiert, wenn niemand in der Kette mehr etwas verdient, weder Handel, noch Großhandel/Vertrieb oder Hersteller?
Richtig - es passiert bald nichts mehr. Hersteller verlieren ihre Innovationskraft, der Handel kann vernünftigen Service dauerhaft nicht mehr aufrecht erhalten, geschweige denn vernünftiges Personal für Beratungen vorhalten. Und mit diesem geht er ja schon in Vorleistung gegenüber dem Kunden. Jeder daran Beteiligte muß ein wenig verdienen, sonst ist am Ende der Kunde der Gelackmeierte.

Und genau diesen Punkt hat unsere Branche z.T. schon unterschritten. Es gibt fast keine Nische mehr, mit der man Ausfälle kompensieren könnte.

Woran liegts? Ursachensuche: es scheinen sich einige „Big Player“ am Markt positionieren zu wollen, für die unsere Branche ein kleines Spiezeug zu sein scheint. Wie kann man sich denn über eine kurze Zeit einen großen Kundenstamm aufbauen? Es geht nur über die Preise, denn die große Masse der humanoiden Lemminge rennt den Billigpreisen ja hinterher. Den großen Kapital-gesteuerten Anbietern geht es nicht um die schöne Sache Musik oder Musikinstrument, sondern einzig und allein um……  Hier wäre einzig die Politik gefordert. Aber die protegiert nicht zuletzt durch ihre Untätigkeit (Unfähigkeit?) die großen Steuervermeiderkonzerne…


Anderes Thema: Digitalisierung. Einige fordern: mehr WLAN, billigere, schnellere Netze. Und wofür soll es genutzt werden? Für Unterhaltung, (a-) soziale Netze und alles sowas.
Viele schreiben in ihrer Instagram-Facebook-Welt, daß es immer alles toll ist und daß alles noch viel toller im neuen Jahr wird! Solche Äußerungen, auch wenn sie punktuell vielleicht stimmen mögen, lassen mich nur noch schmunzeln. Was für eine Blase um sich herum muß man denn aufgeblasen haben, um sowas zu schreiben?

Nein, verdammt, das echte Leben ist nicht immer nur alles „ganz, ganz toll“! Es ist auch mal richtig scheiße! Das durfte ich ja vor zwei Jahren am eigenen Leib erfahren. Das gehört dazu. Aber weil sich der Mensch gern in eine heile Welt rettet, rettet er sich häufig in diese digitale heile Scheinwelt. Somit verbinde ich diese von vielen Politikern populistisch geforderte Digitalisierung mit dieser unechten Scheinwelt.
Deshalb gründe ich hiermit die Bewegung Analogisierung 2.0! Die Version 1.0 hatten wir ja bereits vor der Digitalisierung. Der Mensch ist nicht digital - er ist analog. Ein Vorteil der Analogisierung: da ja die digitale Kontrolle diverser Instanzen immer umfassender wir, entzieht man sich damit auch dieser Kontrolle und Zensur. Denkt bitte nur mal drüber nach…


Mit besten Grüßen! Euer Stefan Heymann

Liebe Freunde, Kunden, Gäste und Neugierige !

PS: noch

dann kommt das Christkind !